Man kann es ja mal wieder versuchen

(Erstveröffentlichung am 20. März 2016 auf Otlas Blog)

In Berlin findet heute der “Karneval der Geflüchteten” statt. Protestiert wird damit gegen FlyerFremdenhass und chaotische Flüchtlingspolitik. Erwartet werden Tausende Teilnehmer. Nähere Informationen gibt es in einem Interview mit der Sozialarbeiterin Maryam Somaya Graßmann, Mitglied des Refugee Club Impulse (RCI)  bzw. von der Webseite von “My Right Is Your Right“, die diesen Karneval organisiert.

Und damit wären wir auch schon beim Thema, denn es gibt Leute, denen diese ausdrücklich fröhlich-friedliche und nicht parteigebundene Veranstaltung mal wieder nicht passt, weil (siehe Beteiligte) – es sind Pro-Palästinenser dabei. Das darf nicht sein. Denn es ist ganz klar zu ersehen, dass Israel ganz Palästina annektieren will. Das ist inzwischen völlig unbestreitbar, es gibt genügend machtvolle Organisationen, inklusive UNO, die da schon Alarm geschlagen haben. Wenn aus Palästina Israel werden soll, darf es natürlich kein Palästina mehr geben – und also auch keine Palästinenser. Ergo müssen Veranstaltungen, an denen sie teilnehmen oder die sie gar organisieren, verhindert werden. Das wurde ja schon in den letzten Jahren fleißig besorgt, meist ohne Erfolg, trotz massiven Presseeinsatzes, also auch diesmal.

Weißbarth Flüchtlingsarbeit missbrauchenWie üblich übernahm die Einsatzleitung das American Jewish Committee (AJC) Berlin, Ableger einer der großen israelischen Lobbyorganisationen in den USA, vertreten durch Fabian Weißbarth (Twitter: @weißbarth). Er ließ den Artikel los “Wie Hisbollah-Fans und Israelhasser die Flüchtlingsarbeit instrumentalisieren“, in dem er vor allem die o.g. Frau Graßmann, dieWeißbarth gg Grassmann Gruppe F.O.R. Palestine sowie, natürlich, die BDS-Bewegung angriff.

Brav schrieb einen Tag später der Berliner Tagesspiegel Online einen Artikel zu dem  Thema: “Antisemitismus-Vorwurf vor antirassistischer Demo“. Dabei beruft er sich auf eine Tagesspiegel morgen DemoErklärung der “Initiative gegen jeden Antisemitismus” – die freilich im Netz nicht zu finden ist; zu finden sind dort lediglich ein paar lokale Initiativen, die allerdings ihre Veröffentlichungen 2015 eingestellt haben. Von wem also stammt diese angeblich antideutsche Erklärung?

Fündig wird man nur auf Indymedia, allerdings nicht mit einer Initiative, sondern einem Nick “Antisemit*innen blockieren“; wer das lesen mag, sollte die interessanten Kommentare nicht überlesen, die hübsch zeigen, wie manche sich die Tatsachen zurecht stutzen.

Freilich war das Unternehmen diesmal offenbar wenig erfolgreich. Weißbarth wartet immer noch auf eine Reaktion der Veranstalter, die ihn offenbar – welch Affront – schlicht und einfach ignorieren.

Weißbarth hofft auf Reaktion

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