Die 13. Konferenz der Palästinenser in Europa

Flyer Palästinenserkonferenz

Flyer der Palästina-Konferenz

 

(Veröffentlicht am 17.04.15 auf Otlas Blog)

Am 25.04.2015 fand in Berlin die 13. Konferenz der Palästinenser in Europa statt. Ein Ärgernis für die Israel-Lobby in Deutschland, die selbst in diesen Zeiten, da eine rechtsradikale Regierung Israels Politik und ihre Apparate bestimmt, auch ihr folgt wie Schafe ihrem Hirten. Also machen sie sich an den Versuch, diese Konferenz zu verhindern, wie wir es ja bereits vom Besuch Max Blumenthals und David Sheens kennen (Artikel in Englisch).

Die Konferenz konnte zunächst auf eine illustre Gästeschar blicken. Angekündigt waren der schottische Abgeordnete John Finnie, die britischen Abgeordneten Hugh Dykes, Baroness Tessa und Lord Norman Warner, die EU-Abgeordneten Pat Sheehan und Norbert Heuser SPD, die Bundestagsabgeordnete Annette Groth (Linke), dazu Dr. Mustafa Barghouti, Gründer der Palästinensischen Nationalen Initiative, Dr. Raed Nuirat von der An-Najah National University, die erste palästinensische Universität, die das europäische Exzellenz-Zertifikat erhielt, Jamal Rayyan von al-Jazeera, der orthodoxe Priester Manuel Musallam, selbstverständlich die palästinensische Botschafterin Dr. Khouloud Daibes, der stellvertretende Vorsitzende der türkischen AKP Yasin Aktay und last but not least der Marokkanische Minister für Justiz und Freiheit Mustafa Ramid.

Das muss man sich vor Augen halten, um die Vermessenheit zu begreifen, mit der die Jüdische Allgemeine sich abmühte, diese Konferenz zu verhindern – wobei sie sie schlicht umdeklarierte, nämlich zu einer Pro-Hamas-Tagung, angereichert mit einem martialischen Foto mit Tüchern maskierter Männer mit Beilen in den Händen. Hetzpropaganda vom Feinsten.

“Rund 3000 Unterstützer der radikal-islamistischen Terrororganisation“, so die Jüdische Allgemeine, wurden erwartet. Nun, es passt in die den Betroffenen längst vertraute zionistische Propaganda: da die Nazi-Keule inzwischen reichlich abgenutzt ist, schwingt man die Hamas-Keule. Ebenso wahllos. Da wird dann eben schon mal ein orthodoxer Priester oder eine britische Baroness zum zum radikal-islamistischen potentiellen Terroristen. Ein deutscher Abgeordneter als islamistischer Schläfer im EU-Parlament? Wenn das ISIS wüsste, denen Netanyahu ja schon mal die Hamas gleich gestellt hat, was wären die neidisch!

Der auch mit der Blumenthal/Sheen – Affäre auffällig gewordene Israel-Lobbyist Reinhold Robbe SPD, leitendes Mitglied der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe im Bundestag, griff gleich in die Vollen: “Wer in Deutschland Israel attackiet und das Existenzrecht des jüdischen Staates infrage stellt, darf hierfür keine Plattform erhalten.”  Streiten wir nicht über den dahinter steckenden Wahrheitsgehalt, das ist müßig. Wesentlich ist: Palästina soll mundtot gemacht werden.

In das gleiche Horn stößt selbstverständlich die Jüdische Allgemeine und entblödet sich nicht übelster Hetze und Verleumdung. So schreibt sie:

Der Vorsitzende des Keren Hayesod Deutschland und Berliner Rechtsanwalt Nathan Gelbart wirft angesichts des Judenhasses der Organisatoren die Frage auf, »welchen Wert die Erinnerungsmoral in Deutschland hat, wenn mitten in Berlin Antisemiten und Mördern eine Plattform geboten wird«. Das Versammlungs- und Polizeirecht gebe den Sicherheitsbehörden ausreichend Handhabe, um das Treffen der Hamas-Sympathisanten zu verhindern.

Man lese nochmals obige Gästeliste. Seriöse Parlamentarier, der marokkanische Justizminister, von Gelbart verleumdet als Antisemiten und Mörder. Der ist übrigens ein Anwalt von Henryk M. Broder und somit wäre der dann auch wieder dabei.

Doch sie hat ja nur wieder gegeben, was Gelbart gesagt hat, die Jüdische Allgemeine. In echt?

Auf Anfrage der Jüdischen Allgemeinen, weshalb die Räumlichkeiten an Organisationen vermietet wurden, die der radikal-islamistischen Hamas nahestehen, antwortete die Arena Berlin: »Wir können zu laufenden vertraglichen Vereinbarungen und vertraglichen Inhalten keine Auskünfte geben, da bitten wir um Verständnis.«

Auch das folgt der Methode Blumenthal/Sheen-Affäre: wenn man eine pro-palästinensische Veranstaltung anders nicht verhindern kann, versucht man eben, den Vermieter zum Vertragsbruch zu pressen.

Selbstverständlich erwies Volker Beck (Grüne), Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe, seinen genozidäre GelüsteMeistern die Referenz und erklärte gleich jeden, der diese Konferenz besuchen will, einschließlich der zugehörigen Organisationen zu Leuten mit genozidären Gelüsten, die die Ausrottung der Juden billigten.

Es ist ja nun nicht das erste Mal, dass die deutsche Israel-Lobby palästinensische Veranstaltungen zu verhindern, Palästinenser und mit ihnen Solidarische mundtot zu machen trachtet. Einen solchen Versuch gab es auch 2011, damals fand die Konferenz in Wuppertal statt. Damals tat sich das AJC (American Jewish Committee), eine der einflussreichsten und berüchtigtsten Lobby-Organisationen in den USA, die als Global Jewish Advocacy weltweit zu operieren trachten, u.a. mit einem offenen Brief hervor.

Freilich vergeblich.

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